Energie & Emissionen

In der, vor allem in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke, energieintensiven Veredelung, ist Energieeffizienz schon immer zentrales unternehmerisches Interesse des Konzerns. 

Der Zwang zur Optimierung der Wirtschaftlichkeit endet für AGRANA aber bei schlechten ökologischen Kompromissen. Gegen den Trend in energieintensiven Branchen setzt AGRANA aus Umweltgründen im Rahmen von Investitionsentscheidungen auf den Einsatz emissionsarmer Primärenergieträger. Rund 82 % des direkten Gesamtenergieeinsatzes wurden 2015|16 durch Erdgas gedeckt. Etwa 10 % des direkten Gesamtenergieverbrauchs stammten aus erneuerbaren Quellen. Dabei stellte die energetische Nutzung anderweitig nicht sinnvoll verwendbarer agrarischer Reststoffe in Form von Biogas einen letzten Schritt einer nachhaltigen Verwertungskette dar.

Energieeinsatz in der Veredelung in AGRANA-Fabriken

(in den GRI-Berichtsgrenzen)

Emissionen durch die Veredelung

(in den GRI-Berichtsgrenzen)

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Zucker sank im Berichtsjahr 2015|16 gegenüber dem Vorjahr um rund 4,1 %. Dies lag v.a. am im Vergleich zum Vorjahr generell günstigeren Kampagnenverlauf, d.h. einem höheren Zuckergehalt der Rüben, höherer Saftreinheit und einer kürzeren Kampagnendauer. In der ungarischen Zuckerfabrik in Kaposvár konnte im Rahmen der Kampagne 2015|16 rund 56,5 % des Primärenergiebedarfes durch am Standort erzeugtes Biogas gedeckt werden. Daneben wurde ein Teil des in der Fabrik erzeugten Biogases über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu 750.000 m³ Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz verarbeitet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 300 Einfamilienhäusern.
Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt stieg aufgrund geringerer Eigenenergieversorgung nicht nur in Kaposvár|Ungarn, sondern auch in einigen anderen Werken, um rund 12,4 % gegenüber dem Vorjahr.
Insgesamt sanken die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt aufgrund des veränderten Energiemixes in der Berichtsperiode um rund 2,1 % gegenüber dem Vorjahr.

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke sank in der Berichtsperiode 2015|16 gegenüber dem Vorjahr um rund 2,2 %. Ein wichtiger Grund dafür war die Reduktion des Erdgasverbrauches in Pischelsdorf|Österreich durch die Erhöhung des Ferndampfanteils am Energiemix.
Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt im Segment Stärke stieg hingegen um rund 8,3 % im Vergleich zum Vorjahr, v.a. bedingt durch die bereits erwähnte Änderung am Energiemix in Pischelsdorf|Österreich und die im Durchschnitt erhöhte Veredelungstiefe am Standort Aschach|Österreich.
In Summe reduzierten sich die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch damit pro Tonne Produkt um rund 5,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) sank im Segment Frucht im Geschäftsjahr 2015|16 um rund 3,8 % gegenüber dem Vorjahr. Dies ist v.a. auf die Reduktion des Erdgasanteils zugunsten eines höheren Dampf- und Stromeinsatzes im Bereich Fruchtsaftkonzentrate zurückzuführen.
Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz im Segment Frucht blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant.
Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt des Segmentes Frucht sanken daher im Einklang mit dem Energieeinsatz um rund 3,1 % gegenüber dem Vorjahr.

Energiemanagement & Ziele

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2014|15 die schon immer gelebte Verantwortung für die Umwelt- und Energieaspekte im Rahmen ihrer Produktion in einer für alle Geschäftssegmente weltweit gültigen AGRANA-Umweltpolitik formal festgeschrieben. Diese enthält AGRANAs Managementansatz für die Themen Energieeinsatz und Emissionen, Wassernutzung und Abwasser sowie Abfall.

Für AGRANA, als v.a. in den Segmenten Zucker und Stärke energieintensiven Veredler agrarischer Rohstoffe, stand im Geschäftsjahr 2014|15 die Einführung eines Energiemanagementsystems, in einem ersten Schritt an allen österreichischen Produktionsstandorten, im Vordergrund. Im Herbst 2014 wurden alle Werke in Österreich nach ISO 50001 zertifiziert.

Im Rahmen kontinuierlicher Verbesserung haben sich die Geschäftssegmente folgende Ziele gesetzt:
Das Geschäftssegment Zucker strebt bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 die Reduktion des spezifischen direkten Energieeinsatzes (Scope 1) pro Tonne Produkt (d.h. Haupt- und Nebenprodukte) um 5 % vom - durch z.B. die Einführung von Niedertemperaturtrocknern in den österreichischen Zuckerfabriken im Geschäftsjahr 2011|12 - schon sehr guten Basisjahr 2013|14 (2,95 GJ pro Tonne) an.

AGRANA-Stärke hat sich standortindividuelle Effizienzverbesserungen, konkret die Reduktion von jährlich 50 GWh im Rahmen von Effizienzsteigerungsprojekten in einzelnen Anlagenteilen, zum Ziel gesetzt.

Im Geschäftssegment Frucht wurden aufgrund unterschiedlicher Verarbeitungsprozesse im Bereich Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate individuelle Ziele für die beiden Bereiche gesteckt. Im Rahmen der Fruchtzubereitung und Erstverarbeitung soll der direkte und indirekte Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produkt bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 um 6,8 % gegenüber dem Basisjahr 2013|14 (1,85 GJ pro Tonne) gesenkt werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate soll der Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte bis 2020|21 auf dem Level des Basisjahres 2014|15 (3,43 GJ pro Tonne) gehalten werden.

Der Natürliche Mehrwert.

  • Zucker.
  • Stärke.
  • Frucht.