Rübenanbau

Das Segment Zucker hat im Geschäftsjahr 2015|16 in Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die den Einsatz guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP) und fairer Arbeitsbedingungen vorschreiben, das Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative(SAI) für ihre Zuckerrübenanbauer eingeführt.  

Umsetzung des SAI FSA

Neben dem Vergleich der Cross Compliance-Vorgaben der EU und der gesetzlichen Vorgaben der Anbauländer, in denen AGRANA Zuckerrüben bezieht, mit den Anforderungen von SAI wurde im Berichtsjahr 2015|16 auch mit der großflächigen Erhebung des tatsächlichen Nachhaltigkeitsstatus der Lieferbetriebe anhand des FSA-Fragebogens begonnen.   Im Frühjahr 2015 wurde der FSA-Fragebogen, eine betriebliche Selbsteinschätzung, im AGRANA-eigenen webbasierten Rohstoffinformationssystem (RIS) für Vertragslieferanten von Zuckerrüben in Österreich, Tschechien und der Slowakei abgebildet. Die Länder Rumänien und Ungarn wurden im ersten Schritt noch mittels eines Papierformulares in die Selbsteinschätzung einbezogen, für das Anbaujahr 2016 ist auch hier die Abwicklung über das RIS-Onlinetool vorgesehen. Insgesamt gelangten in den fünf AGRANA-Anbauländern von Mai bis Dezember 2015 rund 630 freiwillig von Zuckerrübenlieferanten beantwortete Fragebögen zur Auswertung. Die Antwortraten lagen je nach Land zwischen 7 % und 34 %.  

Während die gesetzlichen Anbaubedingungen und Vertragsanbaubedingungen im Rübenanbau in den Ländern Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn dem SAI-Bronze-Status entsprechen, zeigte die betriebsindividuelle freiwillige Selbstauskunft ein noch erfreulicheres Nachhaltigkeitsbild: In Österreich und Ungarn konnten jeweils mindestens 50 % der Betriebe Gold-Status, die restlichen Betriebe Silber-Status erreichen. In Tschechien erzielten sogar rund zwei Drittel der Lieferanten Gold-Status und ein Drittel Silber-Status, in Rumänien und der Slowakei war das Verhältnis umgekehrt. Das heißt, dass die Teilnehmer zusätzlich zu den EU- und im jeweiligen Land gültigen gesetzlichen Regelungen noch weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Betriebe umsetzen.  

Für die österreichischen Landwirte wurde bereits ein interner Verifizierungsprozess auf Basis betriebsspezifisch gruppierter Zufallsstichproben dieser Selbstauskünfte erarbeitet und Anfang 2016 mit der Durchführung begonnen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Fragen korrekt verstanden wurden, und die Lieferanten erhalten die Möglichkeit, Feedback zu Inhalt und Ablauf der Selbstbeurteilung zu geben. Diese Erkenntnisse fließen dann in die Weiterentwicklung des SAI-Systems, aber auch in die kontinuierliche Verbesserung der einzelnen Betriebe ein. Für das Anbaujahr 2016 wird die weitere freiwillige Teilnahme von Vertragsanbauern angestrebt.

Bewusstseinsbildung zu guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP)

Auch im Geschäftsjahr 2015|16 investierte AGRANA wieder intensiv in Bewusstseinsbildung zu GLP, z.B. im Rahmen des Programms „Mont Blanc“, ihrer jährlichen Veranstaltung BETAEXPO für Vertragslandwirte und der Kulturberatung.  

Das seit dem Geschäftsjahr 2012|13 geführte Effizienzsteigerungsprogramm „Mont Blanc“, mit dem Ziel der Erhöhung des Zuckerertrages pro Hektar um bis zu 20 % bis 2017, unterstützt Nachhaltigkeitsbestrebungen durch ressourcenschonenden Betriebsmitteleinsatz zum Vorteil von Landwirt, Umwelt und Gesellschaft. Thematischer Programmschwerpunkt im Jahr 2015, dem Internationalen Jahr des Bodens, war die Bodenfruchtbarkeit. Bei den 62 Demonstrationsbetrieben im gesamten Anbaugebiet konnten sich Landwirte u.a. Anregungen zu Bodenbearbeitungssystemen holen. Eine gezielte Auswahl an Schaufeldern und Feldbegehungen während der Vegetationsperiode sowie eine Vielzahl von Feldversuchen, deren Ergebnisse systematisch zusammengefasst allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt wurden, sollten den Blick für Verbesserungsmöglichkeiten schärfen.  

Unter dem Motto „Nachhaltiges L/liefern in Zukunft“ stand die BETAEXPO im Juni 2015 zum 15. Mal ganz im Dienst der Vermittlung von GLP v.a. an AGRANA-Vertragslandwirte. Auf den rund 700 Schauparzellen am zwölf Hektar großen BETAEXPO-Gelände neben der Zuckerfabrik Tulln|Österreich wurden den rund 3.500 Besuchern Praxisbeispiele im Pflanzenbau für die AGRANA-Vertragskulturen sowie etwa die im Rahmen der RKI-Nachhaltigkeits-Challenge 2014 ausgezeichnete AGRANA-Zwischenfruchtmischung gezeigt.   Im Rahmen der BETAEXPO zeichnete AGRANA erstmals besonders nachhaltig wirtschaftende Vertragsanbauer u.a. aus den Bereichen Zuckerrübe und Bio-Zuckerrübe mit dem „AGRANA Sustainability Award“ aus, um damit bei allen Lieferanten das Bewusstsein für die Bedeutung nachhaltiger Wirtschaftsweise entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verstärken.

Biodiversität im Rübenanbau

AGRANA setzt mit ihrem Kulturberaternetzwerk seit vielen Jahren auf partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ihren Vertragslieferanten. Im Rahmen des angebotenen Beratungsprogrammes standen interessierten Landwirten im Geschäftsjahr 2015|16 wieder Seminare zum Thema „Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung“ zur Verfügung, welche auch für ÖPUL (Österreichisches Programm für Umweltgerechte Landwirtschaft) angerechnet werden und bis auf den letzten Platz ausgebucht waren.

Im Geschäftsjahr 2015|16 wurden bereits 3.000 Hektar mit der Zwischenfruchtmischung der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH, einem nicht gewinnorientierten Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut zur Verfügung stellt, begrünt. Sie lockert den Boden, mobilisiert Nährstoffe, aktiviert das Bodenleben und erhöht die Biodiversität am Feld. Zusätzlich bieten die blühenden Felder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.

Der Natürliche Mehrwert.

  • Zucker.
  • Stärke.
  • Frucht.