Wertschöpfungskette

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Vom Rohstoff zum Produkt:
Die AGRANA Wertschöpfungskette im
SegmentZucker

Rohstoffbeschaffung
im Segment Zucker

Nachhaltigkeit ist für AGRANA integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Sie beginnt für uns lange vor der industriellen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe mit deren Beschaffung. Mit dem Segment Zucker sind wir in den zentral- und süd-osteuropäischen Märkten tätig. Wir veredeln Zuckerrüben und Rohzucker zu einer Vielzahl an Zuckerprodukten, die an weiterverarbeitende Industrien sowie, unter der Marke "Wiener Zucker" und weiteren länderspezifischen Marken, über den Lebensmittelhandel vertrieben werden.

Wir verarbeiteten im Geschäftsjahr 2016|17 6,7 Mio. Tonnen von in EU-Ländern von Vertragslandwirten bezogenen Zuckerrüben. Vertragslandwirtschaft ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und die Sicherstellung sowie Dokumentation des Einsatzes guter landwirtschaftlicher Praxis und fairer Arbeitsbedingungen, zu denen wir uns in unseren AGRANA Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte bekennen.

Unser im Geschäftsjahr 2012|13 gestartetes Effizienzsteigerungsprogramm "Mont Blanc", mit dem Ziel der Erhöhung des Zuckerertrags pro Hektar um bis zu 20% bis 2017, trägt mit einer breiten Palette an Seminaren und sonstigen Aktivitäten zu ressourcenschonenderem Betriebsmitteleinsatz zum Vorteil von Landwirt, Umwelt und Gesellschaft Nachhaltigkeitsbestrebungen Rechnung.

Im 2016|17 wurde die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative weiter vorangetrieben. Es nahmen wieder zahlreiche Vertragslieferanten freiwillig an der betrieblichen Selbstbewertung bezüglich nachhaltiger Anbaupraktiken teil und haben für Zuckerrüben in Österreich zu rund zwei Dritteln Gold-Status und zu rund einem Drittel Silber-Status erreicht. In Ungarn, der Slowakei und Tschechien erzielte jeweils rund die Hälfte der teilnehmenden Betriebe Gold-Status, der Rest Silber-Status. In Rumänien erzielten alle Teilnehmer Gold-Status. Insgesamt nahmen in den Anbauländern 776 Betriebe eine Selbstbewertung vor, was einer Teilnahmequote von 11 % entspricht. Im Geschäftsjahr 2017|18 wird die bisher freiwillige Beantwortung des FSA-Fragebogens zusätzlich für eine Auswahl an Vertragslieferanten verpflichtend. Entsprechend dem im Juni 2016 veröffentlichten „SAI FSA Implementation Framework“ ist zukünftig auch die externe Verifizierung der Selbstauskünfte vorgesehen.

Mitgliedschaft bei der SAI:

Wir raffinieren an einigen unserer Produktionsstandorte im Segment Zucker auch Rohzucker aus Zuckerrohr zu Weißzucker. Diesen Rohzucker beziehen wir über Händler aus den am wenigsten entwickelten Ländern ( LDC ) bzw. v. a. aus Brasilien. Um auch für unser Vorprodukt Rohzucker Nachhaltigkeit in der Lieferkette sicherstellen zu können, sind wir seit 2014 Mitglied bei Bonsucro . Dies ermöglicht uns den Bezug von Bonsucro -nachhaltigkeitszertifiziertem Rohzucker aus Zuckerrohr.

Durch die Bonsucro "Chain of Custody"-Zertifizierung unserer Raffinationsstandorte im Herbst 2014 können wir seither auch nachhaltigkeitszertifizierten Raffinationszucker anbieten. Durch unsere Zertifizierung dürfen auch unsere Kunden das Bonsucro - Logo auf ihren Produkten führen. Daneben bieten wir seit vielen Jahren auch FairTrade-zertifizierte Produkte aus Rohrzucker im Einzelhandel an.

Zertifizierungen:

Die Transportwege
im Segment Zucker

Wenngleich der Transport der Rohstoffe und Zuckerprodukte je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von 5 bis 10 % auf den Carbon-Footprint von Zucker hat, versuchen wir trotzdem auch die Transporte so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich nachhaltig zu gestalten.

In der Verarbeitungssaison 2016|17 wurden durchschnittlich rund 38 % der Rüben per Bahn in die Zuckerfabriken geliefert. In Österreich lag der Anteil mit rund 45 % am höchsten.

Unsere Zuckerproduktion

Aufgrund unserer Nähe zur agrarischen Urproduktion fühlen wir uns der Schonung aller natürlichen Ressourcen auf besondere Weise verpflichtet. Diese Selbstverpflichtung haben wir in der für unsere Produktionsprozesse gültigen AGRANA-Umweltpolitik, die wesentliche Aspekte wie Energieeinsatz und Emissionen, Wasser- und Abfall-Management abdeckt, niedergeschrieben.

Als energieintensiver Veredler agrarischer Rohstoffe streben wir die laufende Optimierung unseres Energieverbrauches sowie unserer Energieeffizienz an. Zur Umsetzung dieser Ziele integrieren wir ein Energiemanagementsystem, basierend auf Standards wie ISO 50001, in unser bestehendes Qualitätsmanagementsystem. Im Geschäftsjahr 2016|17 wurde die Zertifizierung der Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 aller Produktionsstandorte des Segmentes Zucker in den GRI-Berichtsgrenzen erfolgreich abgeschlossen.

ISO 50001 zertifiziert:

In unserer Energiepolitik setzen wir v.a. auf:

  • ErdgasIm Geschäftsjahr 2016|17 deckten wir rund 70 % des direkten Energiebedarfes mit diesem emissionsarmen Energieträger.

  • Neue TechnologienDurch die Installation von Niedertemperaturtrocknern in den Zuckerfabriken in Österreich im Geschäftsjahr 2011|12, die Abwärme aus vorgelagerten Prozessen zur Trocknung von Rübenschnitzeln zur Futtermittelproduktion nutzen, sparten wir seither über 100.000 Tonnen CO2äqu. Emissionen.

  • Versorgung mit BiogasUnsere ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2016|17 rund 30 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 80 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2016|17 oder rund 60 % seines gesamten Primärenergiebedarfs des Geschäftsjahres 2016|17 in der Rübenverarbeitung sowie der Raffination von Rohzucker zu Weißzucker decken können. Rund 8,3 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases wurden über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu rund 4,9 Mio. m³ Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 1.950 Einfamilienhäusern.

  • Erhöhung des Anteils erneuerbarer EnergienIm Geschäftsjahr 2016|17 deckten wir rund 7 % unseres direkten Energieeinsatzes aus erneuerbaren Quellen.

  • Kontinuierliche Verbesserung des spezifischen Energieverbrauches durch unser EnergiemanagementsystemIm Geschäftssegment Zucker streben wir bis 2020|21 die Reduktion des durchschnittlichen spezifischen direkten Energieeinsatzes pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte um 5 % an (Basis 2013|14: 2,62 GJ).

Wasser, das wir in der Produktion benötigen, wird teilweise schon mit der Zuckerrübe in die Fabrik gebracht. Zuckerrüben bestehen zu ca. 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln, als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Es wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt.

Werkseigene oder externe Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer.

Trotz einem an vielen Standorten bereits sehr sparsamen Umgang mit Wasser, soll der Wassereinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt bis Ende 2020|21 noch einmal um 5% gesenkt werden (Basis 2013|14: 2,03 m3).

Segment Zucker 2016 | 17
Wassereinsatz in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte 1,61
Wasserabgabe in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte 2,78

Die möglichst vollständige Verwertung agrarischer Einsatzstoffe in Form vermarktbarer Haupt- und Nebenprodukte ist für uns unternehmerische Pflicht und gelebte gesellschaftliche Verantwortung.

Im Segment Zucker erzeugen wir pro Tonne Zucker auch rund eine Tonne Nebenprodukte. Diese leisten einerseits einen wichtigen ökonomischen Beitrag und erfüllen andererseits eine ökologische Funktion.

Da sie meist als Futter- und Düngemittel in Tierzucht und Landwirtschaft eingesetzt werden, finden wichtige Mineral- und Nährstoffe im Rahmen eines geschlossenen Kreislaufes zurück in die Natur.

Segment Zucker 2016 | 17 in Tonnen
Entsorgte Abfälle 75.049
Davon gefährliche Abfälle 153
Abfall pro Tonne Produkt 2,8 %
Gefährliche Abfälle Pro Tonne Produkt 0,006 %
Entsorgte Abfälle nach Entsorgungsart
Kompostierung 1.529
Energetische Verwertung 486
Wiederverwendung 14.699
Recycling 6.126
Deponierung 39.279
Andere 12.930

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2016|17 arbeiteten 2.130 Mitarbeiter in unserem Segment Zucker. Sie machen durch ihr Engagement, ihre Vielfalt an Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven unseren Erfolg aus.

AGRANA versucht auch in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld einen interessanten Arbeitsplatz, Möglichkeiten der fachlichen Aus- und Weiterbildung und persönlichen Entwicklung sowie ein Arbeitsklima, in dem man sich respektiert, integriert und zusammengehörig fühlt, anzubieten.

Mitarbeiter im Segment Zucker(zum Stichtag 28. Februar 2017)

Befristete Dienstverhältnisse

172

26,7 %

Unbefristete Dienstverhältnisse

1.794

26,6 %

Arbeiter1.061

17,0 %

Angestellte733

40,5 %

Angestellte in Management Positionen

143

26,6 %

Davon Top Management

18

16,7 %

Mitarbeiter Gesamt

Mitarbeiter weiblich




Arbeitssicherheit im Segment Zucker

Am Ende des Tages zählt, dass alle unsere Mitarbeiter gesund nach Hause zurückkehren. Dieses Ziel versuchen wir durch regelmäßige Schulungen zu sicheren Arbeitsprozessen, die Umsetzung von Best-Practices und die Bereitstellung von Arbeitssicherheitsmaterialien im Rahmen unserer "Zero Accidents"-Politik zu erreichen.

Im Geschäftsjahr 2013|14 haben wir erstmals weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit erhoben. Ziel für das Geschäftsjahr 2017|18 ist die Reduktion der Anzahl der Arbeitsunfälle um 10 % gegenüber 2015|16.

Verletzungsrate 16 | 17(Unfälle/100 Mitarbeiter p.a.)

2,9

1,7

3,3

Ausfallstagequote 16 | 17(Ausfallstage/100 Mitarbeiter p.a.)

41,4

42,4

41,1

Abwesenheitsrate 16 | 17(Ausfallsstunden durch Unfall & Krankheit/ 100 Mitarbeiter p.a.)

6.514,1

7.798,1

6.036,2

Mitarbeiter Gesamt

Mitarbeiter weiblich

Mitarbeiter männlich

Arbeitsbedingungen & deren Kontrolle

Wir haben im Geschäftsjahr 2014|15 unseren AGRANA-Verhaltenskodex überarbeitet, der für alle Mitarbeiter weltweit (soziale) Mindeststandards und Verhaltensregeln vorgibt.

SEDEX :

Unsere Produktionsstandorte führen im Rahmen unserer seit 2009 bestehenden Mitgliedschaft bei SEDEX jährlich ein SEDEX Self-Assessment durch. Um unser Commitment zu untermauern, haben wir im Herbst 2014 unsere Produktionsstandorte in Österreich, Tschechien, der Slowakei sowie Ungarn einem 4-Pillar SMETA-Audit, alle restlichen Fabriken einer vergleichbaren Prüfung zu Sozial- und Umweltkriterien durch unabhängige Dritte unterzogen. Die Auditberichte stehen SEDEX -Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.

Trainingsstunden der Mitarbeiter

Aus- und Weiterbildung sowie persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter ist uns wichtig. Unsere Mitarbeiter im Segment Zucker haben im Geschäftsjahr 2016|17 durchschnittlich 27,7 Trainingsstunden absolviert. Insgesamt absolvierten 88,1 % der Mitarbeiter ein Training. Die Aus- und Weiterbildungskosten betrugen 1,7% der Lohn- und Gehaltssumme.

Erzeugte Produkte

Neben einer breiten Palette an Zuckerprodukten in konventioneller und auch Bio-Qualität für den Einsatz in der Lebensmittel- und anderen Industrien sowie für den Absatz im Lebensmitteleinzelhandel, erzeugen wir auch Futter- und Düngemittel für den Einsatz in Tierzucht und Landwirtschaft.

Einige unserer Zertifizierungen:

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