GRI Standard & Berichtsgrenzen

GRI Standard & Berichtsgrenzen

Berichtsgrenzen 2018|19

ORGANISATORISCHE BERICHTSGRENZEN

Die für AGRANAs Geschäftstätigkeit wesentlichen Nachhaltigkeitsdaten wurden nach den Vorgaben der Global Reporting Initiative (Version Standards; „in accordance CORE“) erstellt.

Die organisatorischen Berichtsgrenzen für die in den Geschäftsbericht 2018|19 integrierten nicht-finanziellen bzw. Nachhaltigkeitsbelange umfassen alle AGRANA-Konzernunternehmen weltweit und entsprechen dem finanziellen Konsolidierungskreis, mit Ausnahme der Umwelt- und Energiedaten des erst im Laufe des Geschäftsjahres erworbenen Fruchtsaftkonzentratstandortes in Nagykálló|Ungarn und des gegen Ende des Geschäftsjahres 2018|19 in Betrieb genommenen neuen Fruchtzubereitungswerkes in Changzhou|China, die nicht enthalten sind.

Aus organisatorischen Gründen sind in den nicht-finanziellen bzw. Nachhaltigkeitsdaten die nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen des AGRANA-Konzerns, die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) sowie die AGRANA-STUDEN-Gruppe (Segment Zucker) weiterhin nicht enthalten

 

MANAGEMENTANSÄTZE & INHALTLICHE BERICHTSGRENZEN WESENTLICHER ASPEKTE

Belange bzw. Aspekte der Lieferkette

1.    Umwelt- und Sozialkriterien (d.h. Arbeitspraktiken und Menschenrechte) in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte

Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und –kosten, beschränkt AGRANA ihre Berichterstattung zur Lieferkette auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B. tiefgefrorene Fruchtstücke). Die Erwartungen an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten hat AGRANA in den Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die für den Bereich der Sozialkriterien eine Referenz auf AGRANAs Verhaltenskodex enthalten, niedergeschrieben. Die Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte sind Bestandteil von Lieferverträgen und damit auch für Lieferanten einzuhalten. Die Überprüfung der Einhaltung dieser Grundsätze erfolgt je nach Rohstoffkategorie, Beschaffungsmodell und Segment auf geeigneten Wegen. 

2.    Biodiversität

Als Veredler landwirtschaftlicher Rohstoffe ist AGRANA auf die Verfügbarkeit dieser und damit auf die Funktionsfähigkeit lokaler Ökosysteme angewiesen. Aus diesem Grund ist Biodiversität für AGRANA v.a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. der agrarischen Produktion, von Bedeutung. AGRANA berichtet Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht. AGRANA setzt auch an ihren Unternehmensstandorten einzelne Projekte zum Erhalt oder der Erhöhung der Artenvielfalt um.  

3.    Wasser in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Kennzahlen zur Wassernutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe, sind aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit und ‑verlässlichkeit nicht für alle eingesetzten Rohstoffe weltweit vorhanden und werden daher nicht berichtet.

Umweltbelange bzw. Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion

Basis für AGRANAs Management von Energie- und Umweltaspekten stellt ihre Umweltpolitik dar. 

1. Energieeinsatz und Emissionen

Da AGRANA organische Ausgangsstoffe wie Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln und Früchte verarbeitet, deren Menge, Zucker- und Stärkegehalt bzw. Qualität aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren in der Vegetations- und Ernteperiode jährlichen Schwankungen unterliegen, und damit bzw. darüber hinaus das pro Standort erzeugte Produktmengenportfolio sowie der damit verbundene Energieeinsatz variieren, ist die Darstellung von absoluten Gesamtenergieeinsätzen bzw. –emissionen nicht aussagekräftig. AGRANA berichtet daher ausschließlich Energie- und Emissionsintensität pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) pro Geschäftssegment.  

AGRANA beschränkt ihre Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen auf den eigenen Produktionsbereich und jeweils auf Scope 1 (direkter Energieeinsatz bzw. direkte Emissionen) und Scope 2 (indirekter Energieeinsatz bzw. indirekte Emissionen).  

AGRANA berechnet bereits seit dem Jahr 2008 Carbon Footprints für eine repräsentative Auswahl ihrer Produkte. Da es allerdings bisher in der EU keine verbindliche Vorgabe bezüglich der anzuwendenden Berechnungsmethodik für den CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelbestandteilen wie Zucker, Stärke, Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten gibt, verzichtet AGRANA aus Gründen der Seriosität auf die Veröffentlichung von Ergebnissen. Je nach angewendeter Rechenregel schwankt z.B. der Carbon Footprint von Zucker um plus/minus 50 % zu einer bestimmten Methode. Im Rahmen der vom Europäischen Verband der Zuckerproduzenten (CEFS) berechneten Bandbreite wird jedoch ein Fußabdruck von 242 bis 771 Gramm CO2-Äquivalent pro Kilogramm Rübenzucker angegeben. 

Von diesem Verzicht auf Veröffentlichung von Ergebnissen ausgenommen ist der Carbon Footprint von Bioethanol, für den die EU-Energieallokationsmethode verpflichtend anzuwenden ist, um die im Rahmen der EU-Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen nachzuweisenden Energieeinsparungsziele durch biogene Treibstoffe zu belegen.  

2. Wasser und Abwasser

Wasser ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Die Nutzung und Ableitung von Wasser erfolgt im Rahmen der AGRANA-Umweltpolitik an allen Standorten auf nachhaltige Art und Weise. AGRANA nutzt vielfach das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen.  

AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe, in ihren Produktionswerken auf spezifischer Basis pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte), da Absolutwerte aufgrund schwankender jährlicher Verarbeitungsmengen keine Aussagekraft bezüglich effizienter Wassernutzung haben.

3.    Abfall

Für AGRANA sind die von ihr eingesetzten agrarischen Rohstoffe viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem in ihrer Umweltpolitik verankerten konzernweiten „Prinzip der vollständigen Verwertung“ trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hoch qualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v.a. in den Segmenten Zucker und Stärke durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v.a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits finden dadurch wichtige Mineral- und Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.  

4.  Transport

Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Produkten je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von meist unter 10 % auf den Carbon Footprint von AGRANA-Produkten hat, versucht das Unternehmen trotzdem, auch Transporte so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich nachhaltig zu gestalten.

So lag der Modalsplit 2018|19 auf Tonnenkilometer berechnet für In- & Outbound-Logistik in der AGRANA-Gruppe bei rund 74 % Straße, 21,5 % Schiene und 4,5 % Wasser.

Arbeitnehmerbelange bzw. Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter

Die Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitern stellt der AGRANA- Verhaltenskodex dar, der zuletzt 2018|19 überarbeitet wurde. Er enthält u.a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit, daneben gewährt er auch Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen.

Die Arbeitsverhältnisse von rund 71 % der AGRANA-Mitarbeiter weltweit unterliegen einem Kollektivvertrag. Die Interessen von etwa 81 % der Mitarbeiter werden durch einen lokalen Betriebsrat oder Gewerkschaftsvertreter repräsentiert. An jenen Standorten, wo keine dieser Varianten der Vertretung besteht, hat AGRANA formale Beschwerdestellen bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechten eingerichtet, die für alle Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Ein dahinterliegender Prozess soll eine zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellen.