AGRANA – Frucht im Geschäftsjahr 2006|07 erstmals wichtigster Umsatz- und Ergebnisträger Ad-Hoc

Der AGRANA-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006|07 (1. März bis 28. Februar) sein dynamisches Wachstum fortgesetzt und Umsatz und Ergebnis weiter verbessert.

Datum: 21.05.2007

Der AGRANA-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006|07 (1. März bis 28. Februar) sein dynamisches Wachstum fortgesetzt und Umsatz und Ergebnis weiter verbessert.

Der Umsatz stieg um 28 % Prozent auf 1.915,8 (Vorjahr 1.499,6) mEUR das Operative Ergebnis um 8 % auf 107,0 mEUR (nach 99,5 mEUR im Jahr 2005|06).

Die Umsatzsteigerung basierte auf dem starken organischen Wachstum in den Segmenten Stärke und Frucht, der Geschäftsjahresanpassung der Fruchtgesellschaften vom Kalenderjahr auf das AGRANA-Geschäftsjahr mit der Einbeziehung von zwei zusätzlichen Monaten sowie auf Konsolidierungseffekten.

Erstmals wurde Frucht mit einem Anteil am Konzernumsatz von 48 % zum größten Umsatzträger, gefolgt von Zucker mit 41 % und Stärke mit 11 %.

Auch beim operativen Ergebnis lag das Segment Frucht mit 42 % Anteil erstmals voran, gefolgt von Zucker (31 %) und Stärke (27 %).

„Der Umbau der AGRANA von einem zentraleuropäischen Zucker- und Stärkeunternehmen zu einem wachstumsorientierten Global Player, der mit nunmehr drei Säulen – ZUCKER, STÄRKE und FRUCHT - breit aufgestellt ist, konnte in nur wenigen Jahren erfolgreich umgesetzt werden“, kommentiert AGRANA-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart die Geschäftszahlen 2006|07 anlässlich der Bilanzpräsentation.

„Die erfreuliche Ergebnisentwicklung zeigt zudem, dass AGRANA mit dieser Diversifizierung den schwierigen Rahmenbedingungen bei Zucker infolge der neuen EU-Zuckermarktordnung rechtzeitig entgegen gesteuert hat. Wir konnten trotz dieses beträchtlichen Gegenwindes erstmals seit Gründung der AGRANA das Operative Ergebnis deutlich auf über 100 mEUR steigern.“

Der Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 5. Juli 2007 eine Dividende in Vorjahreshöhe von 1,95 EUR je Aktie vorschlagen.

 

In mEUR

2006|07

2005|06

+/-
in %

Umsatz

1.915,8

1.499,6

+ 28

Operatives Ergebnis

107,0

99,5

+  8

Ergebnis aus Sondereinflüssen|
Restrukturierungsergebnis

-1,2

-24,5

Ergebnis der Betriebstätigkeit

105,8

75,0

+ 41

Ergebnis vor Ertragsteuern

93,5

71,7

+ 30

Konzernjahresüberschuss

- davon Aktionäre der
AGRANA Beteiligungs-AG

- davon Minderheitenanteile

71,1


68,9

2,2

64,7


62,7

2,0

+ 10

Ergebnis pro Aktie (in EUR)

4,85

4,42

+ 10

Investitionen in Sachanlagen[1]

157,4

91,2

+ 73

Mitarbeiter

8.223

8.130

+  1

[1] Einschließlich Immaterieller Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts- und Firmenwerte

 

Nach Segmenten stellen sich die Umsatzerlöse wie folgt dar:

 

Umsatzerlöse in mEUR

2006|07

2005|06

+/-

Segment Zucker

804,6

770,4

+  4 %

Segment Stärke

253,4

232,5

+  9 %

Segment Frucht

914,6

541,2

+ 69 %

Umsätze zwischen den Segmenten

- 56,8

- 44,5

 

Umsatzerlöse AGRANA-Konzern

1.915,8

1.499,6

+ 28 %

Ergebnis Geschäftsjahr 2006|07
Das Operative Ergebnis erhöhte sich trotz der Belastungen aus der Zuckermarktordnungsreform und der gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten um 8 % auf 107,0 (Vorjahr 99,5) mEUR

Aus der Errichtung der AGRANA Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf/Niederösterreich resultierte ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von minus 1,2 mEUR, das zu einem Ergebnis der Betriebstätigkeit von 105,8 (Vorjahr 75,0) mEUR führte.

Das Segment Frucht konnte die unter Vorjahr liegenden Zucker- und Stärkeergebnisse überkompensieren. Aufgrund höherer Zinsaufwendungen im Ausmaß von 7,0 mEUR vor allem infolge der Akquisitionen im Fruchtbereich und des Entfalls des at-equity-Ergebnisses der ehemaligen Atys-Gruppe verringerte sich das Finanzergebnis um 9,0 mEUR auf minus 12,3 (Vorjahr minus 3,3) mEUR.

Die frühere Atys-Gruppe war im ersten Quartal 2005|06 als assoziiertes Unternehmen noch at-equity einbezogen.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich um 30 % auf 93,5 (Vorjahr 71,7) mEUR. Nach einem Ertragsteuersatz in Höhe von insgesamt 23,9 % (Vorjahr 9,8 %) erreichte der Konzernjahresüberschuss vor Minderheiten 71,1 mEUR und lag damit um 10 % über dem Vorjahr von 64,7 mEUR.

Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um fast 10 % auf 4,85 (Vorjahr 4,42) EUR.

Investitionen zur Fortsetzung des Wachstumskurses um 73 % gestiegen
„Wir haben 2006|07 weitere wichtige Entscheidungen zur Fortsetzung unseres dynamischen Wachstumskurses getroffen und wesentliche Wachstumsschritte auch umgesetzt“, berichtet Finanzvorstand Walter Grausam.

„Konzernweit wurden die Investitionen in Sachanlagen auf 157,4 mEUR um 73 % angehoben. Allein im Segment Stärke wurden die Investitionen auf 79,2 mEUR mehr als verdoppelt“, so Grausam.

Sie betrafen vor allem die Errichtung des Bioethanol-Werkes in Pischelsdorf und den Kapazitätsausbau der ungarischen Beteiligung Hungrana, der ebenfalls der dortigen Bioethanol- sowie der Isoglukose-Produktion zu Gute kommt.

Als weitere Meilensteine in der Fortsetzung des Wachstumskurses nannte Grausam den Einstieg in die Fruchtsaftkonzentrateproduktion in China sowie den Bau eines neuen Fruchtzubereitungswerkes in Brasilien, das kürzlich seinen Betrieb aufgenommen hat.

Segment Zucker
Die Umsatzerlöse im Segment Zucker stiegen im Geschäftsjahr 2006|07 um 4 % auf 804,6 (Vorjahr 770,4) m€ an.

Diese Steigerung basierte vor allem auf höheren Absatzmengen in Osteuropa. Das Operative Ergebnis erreichte 32,9 mEUR (Vorjahr: 38,7 mEUR vor Restrukturierungen).

Eine temporäre Quotenkürzung, die restriktive Exportpolitik der EU-Kommission, gestiegene Energiekosten sowie die erstmalige Einhebung der Restrukturierungsabgabe waren für den Ergebnisrückgang verantwortlich.

AGRANA steuerte mit Kosteneinsparungen und Rationalisierungsmaßnahmen diesen Rahmenbedingungen entgegen.

Segment  Stärke
Der Umsatz im Segment Stärke verbesserte sich um 9 % auf 253,4 (Vorjahr 232,5) mEUR. Höhere Absatzmengen bei Spezialstärken infolge der Kapazitätserweiterung in der Stärkefabrik Aschach/Österreich und ein anhaltend gutes organisches Wachstum standen niedrigeren Isoglukosepreisen aufgrund der geänderten Zuckermarktordnung gegenüber.

Das Operative Segmentergebnis lag mit 28,5 mEUR aufgrund deutlich höherer Maispreise und gestiegener Energiekosten unter dem Vorjahr (33,6 mEUR).

Im Sommer 2006 hat AGRANA in Pischelsdorf/Niederösterreich mit dem Bau von Österreichs erster großindustrieller Produktionsanlage für Bioethanol begonnen und wird damit die Diversifizierung in den Bereich erneuerbare Energien erheblich ausweiten.

Der Produktionsbeginn dieser 125 mEUR Investition ist für Herbst 2007 geplant. Jährlich sollen dort bis zu 240.000 m3 Bioethanol aus heimischen Rohstoffen gewonnen werden, um den österreichischen Bedarf auch langfristig weitgehend abdecken zu können.

Segment Frucht
Im Segment Frucht stiegen die Umsatzerlöse um 69 % von 541,2 mEUR im Vorjahr auf 914,6 mEUR. Dies war die Folge der vollständigen Konsolidierung der früheren DSF und der vormaligen Atys-Gruppe sowie der Geschäftsjahresanpassung der Fruchtgesellschaften.

Das Operative Ergebnis erhöhte sich um 68 % auf 45,6 mEUR (nach 27,2 mEUR im Vorjahr), was auf das hohe organische Wachstum und Preisanpassungen zurückzuführen ist.

Die Neustrukturierung des Segments Frucht wurde Mitte 2006 abgeschlossen.

Alle Unternehmungen des Segments treten nun am globalen Markt einheitlich unter der gemeinsamen Marke AGRANA auf.

Darüber hinaus können durch den Zusammenschluss Potenziale und Synergieeffekte im Rohstoffeinkauf, in der Administration, in der Forschung und Entwicklung sowie im Produktverkauf besser genutzt werden. Dadurch wird auch die Internationalisierung des AGRANA-Konzerns weiter forciert.

Ausblick
„Wir werden im laufenden Geschäftsjahr den Wachstumskurs weiterführen und gleichzeitig Konsolidierungs- und Optimierungsmaßnahmen in allen Segmenten setzen. Unser Fokus liegt klar auf wertsteigerndem Wachstum“, so Finanzvorstand Walter Grausam.

Dies beinhaltet insbesondere organisches Wachstum, aber auch weitere Unternehmensakquisitionen.

Die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung des Zuckermarktes in Europa werden erst mit einer Nachjustierung der Zuckermarktordungsreform reduziert werden können.

Insgesamt wird für 2007|08 mit einem Umsatz von knapp unter 1,9 Mrd. EUR gerechnet, der damit geringfügig unter dem des Jahres 2006|07 liegen wird.

Gründe dafür sind unter anderem, dass der Fruchtbereich zwei Monate weniger (12 Monate an Stelle von 14 Monaten) beinhalten wird und im Zuckersegment geringere Mengen als im Vorjahr zur Vermarktung zur Verfügung stehen.

Das organische Wachstum bei Frucht und Stärke wird diese Effekte nicht zur Gänze kompensieren können.

Im folgenden Geschäftsjahr 2008|09 ist allerdings mit einem Sprung über die Zwei-Milliarden-Euro-Umsatzschwelle zu rechnen.

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