AGRANA wächst mit Stärke und Frucht - Rückgang bei Zucker im ersten Quartal nach atypischem Vorjahr Ad-Hoc

Der Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern AGRANA verzeichnete im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2007|08 (1. März bis 31. Mai 2007) einen Umsatzrückgang um 5 % auf 449,0 (Vorjahr 472,0) mEUR.

Datum: 12.07.2007

Der Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern AGRANA verzeichnete im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2007|08 (1. März bis 31. Mai 2007) einen Umsatzrückgang um 5 % auf 449,0 (Vorjahr 472,0) mEUR.


„Während die Segmente Stärke und Frucht sowohl bei Umsatz und Ergebnis maßgeblich zulegen konnten, verzeichnete das Segment Zucker im ersten Quartal 2007|08 wie erwartet Umsatzrückgänge. Diese Entwicklung war auf ein überdurchschnittlich starkes Vor-jahresquartal, als wir noch sehr hohe C-Zuckerexporte durchführen konnten, sowie auf die nunmehrige Belastung durch die EU-Zuckermarktordnungsreform zurückzuführen“, kommentiert AGRANA-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2007|08.

AGRANA – Kennzahlen nach IFRS 1. März bis 31. Mai

1. Quartal 2007|08

1. Quartal 2006|07

Umsatz mEUR

449,0

472,0

Operatives Ergebnis mEUR

28,2

35,1

Ergebnis vor Ertragsteuern mEUR

24,4

29,2

Konzernjahresüberschuss mEUR

18,2

20,5

Ergebnis je Aktie mEUR

1,26

1,35

Investitionen in Sachanlagen 1. Quartal mEUR

45,1

21,8

Mitarbeiter

8.596

7.812


Nach Segmenten stellen sich die Umsatzerlöse wie folgt dar:

 

in mEUR

1. Quartal
2007|08

1. Quartal
2006|07

Segment Zucker

171,0

243,0

Segment Stärke

77,5

59,6

Segment Frucht

216,8

182,9

Konsolidierung zwischen den Segmenten

-16,3

-13,5

Umsatzerlöse AGRANA-Konzern

449,0

472,0

Das Operative Ergebnis betrug 28,2 mEUR nach 35,1 mEUR im Vorjahr. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit in Höhe von 27,6 mEUR beinhaltet Sonderaufwendungen für die Errichtung des österreichischen Bioethanolwerkes in Höhe von 0,5 mEUR. Insbesondere aufgrund von Währungsgewinnen aus der Aufwertung osteuropäischer Währungen verbesserte sich das Finanzergebnis auf minus 3,2 mEUR, nach minus 5,9 mEUR im Vorjahr. Nach Ertragsteuern von 6,2 mEUR beziehungsweise einem Steuersatz von rund 25 % betrug der Konzernüberschuss vor Minderheiten 18,2 (Vorjahr 20,5) mEUR. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Quartal 2007|08 bei 1,26 EUR, nach 1,35 EUR im Vorjahr.

 

Investitionen
Im ersten Quartal 2007|08 wurden Investitionen im Ausmaß von 45,1 mEUR getätigt; dies entspricht mehr als einer Verdoppelung im Vergleich zum Wert des Vorjahresquartals. Von den Investitionen entfielen 6,3 (Vorjahr 3,4) mEUR auf Zucker, 32,0 (Vorjahr 12,2) mEUR auf Stärke und 6,7 (Vorjahr 6,1) mEUR auf Frucht. Die Erweiterungsinvesti-tionen betrafen vor allem  die Errichtung neuer Produktionsstätten im Bereich Zucker und Stärke (Bioethanol) als auch Kapazitäts-erweiterungen bestehender Anlagen.

 

Segment Zucker
In den ersten drei Monaten 2007|08 betrug der Umsatz im Segment Zucker 171,0 (Vorjahr 243,0) mEUR und verringerte sich damit vor allem infolge der WTO-Panel bedingten Einstellung der C-Zucker-Exporte. Weiters waren im Vorjahr erhebliche Mengen in die Intervention geliefert worden. Diese beiden Sondereffekte hatten in der Vorjahresperiode wesentlich zum hohen Umsatz beigetragen. Der Umsatzrückgang, die zusätzlichen Belastungen durch die EU-Zuckermarktordnungsreform, insbesondere die Restrukturierungs-abgabe sowie die restriktive EU-Exportpolitik wirkten sich auch auf das Operative Ergebnis aus, das mit 7,8 mEUR deutlich unter dem des ersten Quartals des Vorjahres mit 22,6 mEUR lag.
Nach Erteilung der kartellrechtlichen Genehmigungen gründete AGRANA im April 2007 gemeinsam mit dem bulgarischen Zuckerunternehmen Zaharni Zavodi AD ein Verpackungs- und Vertriebs-Joint-Venture, das seine Aktivitäten gegen Ende des ersten Quartals aufnahm. Der Bau der Rohzuckerraffinerie in Brcko/Bosnien-Herzegowina verläuft planmäßig, die Inbetriebnahme ist für Ende 2007 vorgesehen.

 

Segment Stärke
Der Umsatz im Segment Stärke lag im ersten Quartal 2007|08 mit 77,5 mEUR um 30 % über dem Vorjahreswert von 59,6 mEUR. Der Stärkeabsatz des Segmentes wurde um 20 % auf 187.800 Tonnen gesteigert.
Das operative Ergebnis erhöhte sich insgesamt auf 12,2 (Vorjahr 7,3) mEUR Wesentliche Gründe waren das hohe Mengenwachstum und der verbesserte Produktmix zu Gunsten veredelter Stärkeprodukte mit attraktivem Ergebnisbeitrag.
Durch die auch im ersten Quartal 2007|08 anhaltend guten Wetterbedingungen konnten die Bau- und Montagetätigkeiten beim Bioethanolwerk Pischelsdorf|Österreich zügig weiterge-führt werden, sodass aus heutiger Sicht die Inbetriebnahme für Anfang Oktober 2007 sichergestellt ist. Die für die Startphase erforderlichen Rohstoffmengen sind bereits abgesichert.

 

Segment Frucht
In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2007|08 erzielte das Segment Frucht einen Umsatzanstieg von 19 % auf 216,8 (Vorjahr 182,9) mEUR und ein um 60 % von 5,1 mEUR auf 8,2 mEUR verbessertes Operatives Ergebnis. Im Vergleich zum Vorjahr ist das chinesische Joint-Venture Xianyang Andre Juice Co., Ltd., erstmals im Konsolidierungskreis enthalten.
Bereich Fruchtzubereitung
Die gestiegenen Rohwarenpreise finden teilweise ihren Niederschlag in höheren Verkaufs-preisen, die gemeinsam mit den gestiegenen Absatzzahlen aufgrund des hohen organischen Wachstums ein deutliches Umsatzplus bewirkten. Gleichzeitig konnte auch das Operative Ergebnis erhöht werden. Die im September 2006 begonnenen Arbeiten zur Errichtung des Fruchtzubereitungswerkes im brasilianischen Cabréuva nahe Sao Paulo wurden nach nur sieben Monaten Bauzeit mit der offiziellen Eröffnung im Mai 2007 abgeschlossen.

 

Bereich Fruchtsaftkonzentrate
Der Umsatz von Fruchtsaftkonzentraten konnte im Vergleich zur Vorjahresperiode ebenfalls gesteigert werden, wobei vor allem der Absatz von Apfelsaftkonzentrat und Fruchtpüree stark zugenommen hat. Der Verkauf von Fruchtsaftkonzentraten aus roten Früchten (Erdbeere, Johannisbeere, Kirsche, Himbeere, etc.) entwickelte sich ebenfalls gut und trug aufgrund der besseren Preissituation zum höheren Umsatz bei.
In Polen und Ungarn muss nach zwei Frostwellen im Frühjahr mit einer dramatisch geringeren Apfelernte als im Vorjahr gerechnet werden. Dies wird zu einer Verknappung am europäischen Markt für saures Apfelsaftkonzentrat führen und zu stark steigenden Kosten und Preisen.

 

Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2007|08 wird ein Konzernumsatz erwartet, der leicht unter dem Wert des Vorjahres zu liegen kommen wird. Ursachen für diese Entwicklung sind der Wegfall von zwei zusätzlichen Umsatzmonaten des Segmentes Frucht (minus 134 mEUR) als Folge der vorjährigen Angleichung der Berichtsperiode vom Kalenderjahr auf das AGRANA-Geschäftsjahr. Weitere Gründe werden temporäre Quotenkürzungen bei Zucker und der Wegfall der C-Zucker-Exporte sein. Das starke organische Wachstum der beiden Segmente Stärke und Frucht wird diese Effekte jedoch nicht vollständig kompensieren können. AGRANA ist jedenfalls bestrebt, an das gute Vorjahresergebnis anschließen zu können.
Für die Fortsetzung des Wachstumskurses plant AGRANA im laufenden Geschäftsjahr 2007|08 Investitionen von über 200 mEUR (Vorjahr 157 mEUR). „Diese Investitionen sollen im Segment Zucker zu einem weiteren Ausbau unserer starken Marktposition in Mittel- und Südosteuropa und hier vor allem auf dem Balkan beitragen. Im Segment Stärke werden wir im Herbst 2007 unser Bioethanolwerk Pischelsdorf in Betrieb nehmen. Weiters wird die Erhöhung der Maisverarbeitungskapazitäten in der ungarischen Maisstärke- und Isoglucose-fabrik Hungrana positiv zur Umsatzentwicklung beitragen. Bei Frucht wollen wir die internationale Expansion weiter forcieren“, kündigte Vorstandsvorsitzender Johann Marihart an.

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