Zucker

Zucker

Als internationaler Zuckeranbieter ist AGRANA in Zentral-, Ost- und Südosteuropa, wo die lokale Produktion sinkt, bestens positioniert. Was uns auszeichnet: Hohe Qualitätsstandards, neue Produkte aus rein biologischem Anbau und die Pflege regionaler Eigenmarken.

Broschüre: Von der Rübe zum Zucker

Unsere Zuckerfabriken

Un­se­re Zu­cker­fa­bri­ken

Zucker ist unser traditionelles Stammgeschäft: Wir produzieren an neun Standorten in Österreich, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Rumänien und Bosnien-Herzegowina. Dort verarbeiten wir Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffinieren weltweit bezogenen Rohzucker. Zudem vermarkten wir Zucker- und Stärkeprodukte in Bulgarien.

 

Tulln

Die Zuckerfabrik Tulln wurde im Jahr 1937 gegründet. Heute befindet sich hier neben der zentralen Verwaltung der AGRANA Zucker GmbH auch das zentrale Zuckermagazin, in dem sämtliche in Österreich im Handel erhältlichen Zuckersorten der Marke „Wiener Zucker“ erzeugt, abgepackt, im Hochregallager mit einer Lagerkapazität von rund 8.000 Tonnen Zucker vollautomatisch gelagert und schließlich ausgeliefert werden. In Tulln steht der zweitgrößte Zuckersilo Europas, mit einem Fassungsvermögen von rund 70.000 Tonnen Zucker.

Führungen Zuckerfabrik Tulln

Leopoldsdorf

Die Errichtung der Zuckerfabrik Leopoldsdorf erfolgte in den Jahren 1901|1902 als Rohzuckerfabrik. Im Jahr 1925 wurde sie zu einer Weißzuckerfabrik umgebaut. Von Leopoldsdorf aus erfolgt die Zuckerauslieferung vorwiegend an die weiterverarbeitende Industrie in loser und verpackter Form (Big-Bags bzw. 50-kg-Säcke).

Kaposvár

In Kaposvár betreibt die AGRANA-Tochter Magyar Cukor Zrt. Ungarns einzige Zuckerfabrik. Die Verarbeitungskapazität beträgt 7.000 Tonnen Zuckerrüben pro Tag. Zur Versorgung des Defizitmarktes Ungarn wird in Kaposvár auch Rohzucker zu Weißzucker raffiniert. In Kaposvár befindet sich zudem eine der größten Biogasanlagen Europas, welche rund 80 % des Primärenergiebedarfs der Zuckerfabrik, während der Rübenkampagne, durch eigenes Biogas abdecken kann. Im ungarischen Lebensmittelhandel ist AGRANA mit der Marke „Koronás Cukor“ führend vertreten.

Hrušovany und Opava

Die Moravskoslezské cukrovary a.s., AGRANAs Tochtergesellschaft in Tschechien, verarbeitet in den beiden Zuckerfabriken in Hrušovany und Opava täglich insgesamt 9.300 Tonnen Rüben zu Zucker, welcher unter der Marke „Korunní Cukr“ im Handel vertrieben wird. AGRANA hat sich zu einem wesentlichen Teilnehmer am tschechischen Markt entwickelt.

Sered'

In der Zuckerfabrik der slowakischen AGRANA Tochter Slovenské cukrovary s.r.o. in Sered‘ werden täglich rund 4.800 Tonnen Rüben zu Zucker verarbeitet, welcher unter der Marke „Korunný Cukor“ am slowakischen Markt verkauft wird.

Roman und Buzău

Die S.C. AGRANA Romania S.A. betreibt in Rumänien zwei Zuckerfabriken, die vorwiegend als Rohzuckerraffinerien arbeiten. Der in Schwellenländern, wie zum Beispiel Brasilien oder Thailand, erzeugte Roh-Rohrzucker wird mit Schiffen nach Rumänien transportiert und in den AGRANA-Werken zu Weißzucker verarbeitet. Im Werk ROMAN werden neben der Rohzuckerraffination auch bis zu 5.400 Tonnen Zuckerrüben pro Tag verarbeitet. Die Fabrik in BUZĂU wird als reine Rohzuckerraffinerie betrieben. Im rumänischen Einzelhandel wird der von AGRANA erzeugte Weißzucker unter der Marke „Mărgăritar Zahăr“ verkauft.

Brčko

Bei der Rohzuckerraffinerie STUDEN-AGRANA in Brčko handelt es sich um ein Joint Venture, an dem AGRANA und ihr langjähriger Vertriebspartner in der Westbalkan-Region, Studen & CO Holding GmbH, jeweils 50 % halten. Die Fabrik hat eine Verarbeitungskapazität von rund 650 Tonnen Rohzucker pro Tag. Die von STUDEN-AGRANA produzierten Zuckermengen werden unter der Marke „AGRAGOLD“ in der gesamten Westbalkan-Region sowie in Slowenien vertrieben.

Von der Rübe zum Zucker

Von der Rübe zum Zucker

Geht es um die Zuckergewinnung aus Rüben, sind wir von AGRANA technologisch führend.
Modernste Anlagen sorgen für höchste Rohstoff- und Energieeffizienz.

 

Die kleinste Zuckerfabrik

DIE ZUCKERRÜBE (Beta vulgaris saccharifera)

ist eine zur Familie der Fuchsschwanzgewächse gehörende zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr der Wachstumsphase bildet sich der Wurzelkörper, die so genannte „Rübe“, die für die Zuckergewinnung verwendet wird. In der Wachstumsphase des zweiten Jahres kommt es zur Blüte und zur Entstehung von Samen. Dazu wird der in der Wurzel gespeicherte Zucker benötigt. Von den zuckerhaltigen Pflanzen (Zuckerrübe & Zuckerrohr) ist die Zuckerrübe mit einem Zuckeranteil von 16 bis 20 % die ergiebigere. Ihr Wasseranteil beträgt rund 75 %.

RÜBENBLÄTTER

Aus dem Kohlendioxid der Luft, dem Wasser und dem Erdreich erzeugt die Zuckerrübenpflanze mit Hilfe der Sonnenenergie und des Chlorophylls ihrer grünen Blätter Zucker. Man nennt diesen Vorgang „Photosynthese“. Die Zuckerrübenblätter verbleiben bei der Ernte am Rübenfeld.

RÜBENKOPF

Der Rübenkopf ist die gemeinsame Basis der Blätter und enthält sehr viele Nicht-Zuckerstoffe. Er wird daher bei der Ernte entfernt.

RÜBENWURZEL

Der durch die Photosynthese entstandene Zucker wird in der Wurzel der Zuckerrübe gespeichert. An hellen Stellen ist der Zuckergehalt besonders hoch, an dunklen geringer.

Die Zuckergewinnung

Zucker, genauer gesagt Saccharose, wird in Europa aus der einheimischen Zuckerrübe gewonnen. Dabei wird ein aus gesäuberten und zerkleinerten Zuckerrüben gewonnener und in mehreren Prozessstufen gereinigter Saft so lange eingedickt, bis daraus Zucker auskristallisiert.

Es werden hierbei keinerlei Zusatzstoffe zugeführt. Durch mehrmaliges Umkristallisieren wird der Zucker gereinigt und man erhält reine, klare Kristalle, die durch die Lichtstreuung weiß erscheinen. Der Saccharosegehalt dieser Kristalle liegt bei annähernd 100%.  Zucker ist also ein hochreines Lebensmittel, das bei sachgemäßer Lagerung nahezu unbegrenzt haltbar ist.

Erzeugte Produkte

Zucker ist vielseitig! Unsere Zuckerprodukte – ob aus konventionellem Anbau oder in Bio-Qualität - werden in der Lebensmittelindustrie und anderen Branchen verwendet oder über den Lebensmitteleinzelhandel an den Endverbraucher verkauft. Daneben erzeugen wir auch Futter für die Tierzucht und Dünger für die Landwirtschaft.

Wissenswertes über Zucker


Wissenswertes über Zucker

Zucker ist ein reines Naturprodukt, welches ohne jegliche Zusatzstoffe aus der Zuckerrübe gewonnen wird.

Zucker: Reines Naturprodukt

ZUCKER: REINES NATURPRODUKT

Zucker wird ohne jegliche Zusatzstoffe aus der Zuckerrübe gewonnen und ist somit ein Kohlenhydrat in seiner reinsten Form. Kohlenhydrate sind die vom Körper bevorzugten Energielieferanten. Eine ausgewogene Ernährung besteht zu 50 bis 55 % aus Kohlenhydraten, zu 10 bis 15 % aus Eiweiß und zu 30 bis 35 % aus Fett.

Zucker als Energielieferant

Zucker Als Energielieferant

Der in den AGRANA-Werken gewonnene Rübenzucker besteht nahezu aus 100 Prozent reiner Saccharose. Zucker bzw. Saccharose ist ein Disaccharid, das aus den beiden Bausteinen Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker) gebildet wird. In unserer Ernährung sind neben Saccharose viele weitere Zuckerarten, wie z. B. Maltose (Malzzucker) oder Laktose (Milchzucker) enthalten. Alle Zuckerarten werden von unserem Organismus in Traubenzucker umgewandelt. Das Gehirn und auch unsere Muskulatur beziehen zum Beispiel die Energie, die sie brauchen, ausschließlich aus dem Traubenzucker in unserem Blut. Zucker ist also wertvolle Energie und somit ein wichtiger Energiespender, der dem Organismus – besonders nach körperlicher Anstrengung – rasch neue Kräfte zuführt.

 

Zucker und Karies

Zucker und Karies

Nicht Zucker, sondern mangelnde Mundhygiene verursacht Schäden an den Zähnen! Alle Kohlenhydrate, egal ob im Apfel, Brot oder Reis, begünstigen die Säurebildung durch Bakterien im Mund. Somit ist für die Bildung von Karies weniger die Art der verzehrten Kohlenhydrate, sondern vielmehr die Verzehrhäufigkeit und die Kontaktzeit mit den Zähnen ausschlaggebend. Wer seine Zähne also regelmäßig (das heißt mindestens zweimal täglich) mit fluoridhaltigen Zahnpflegemitteln putzt, kann Zahnprobleme vermeiden.

Ist brauner Zucker gesünder als weisser Zucker?

Ist brauner Zucker gesünder als weisser Zucker?

Brauner Zucker sieht vielleicht natürlicher aus als weißer Zucker. Aus gesundheitlicher Sicht ist er aber nicht besser. Brauner Zucker ist im Grunde weißer Zucker, dem noch Sirupreste anhaften. Während weißer Zucker mehrfach kristallisiert und mit Wasser gereinigt wird, erhält brauner Zucker aus Zuckerrüben seine Farbe und seinen feinen Geschmack durch Beimischung von Rohrzuckersirup und karamellisiertem Kristallzucker. Brauner Rohrzucker wiederum wird nur leicht raffiniert, wodurch er seine bräunliche Färbung und den für Rohrzucker typischen Geschmack behält.

Zucker im Vergleich zu Honig

Zucker im Vergleich zu Honig

Ähnlich wie Weißzucker setzt sich auch Honig zum größten Teil aus verschiedenen Zuckern, wie Fruktose und Glukose, sowie auch aus Mineralstoffen und geringen Mengen an Vitaminen zusammen. Diese tragen jedoch nicht wesentlich zur Bedarfsdeckung bei und weisen damit gegenüber anderen Zuckerarten keinen nennenswerten ernährungsphysiologischen Vorteil auf.

Zucker- Ein Dickmacher?

Zucker - Ein Dickmacher?

Zucker hat keine speziellen Eigenschaften, die es rechtfertigen würden, ihn einen Dickmacher zu nennen. Im Gegenteil: Die Umwandlung von Kohlenhydraten und damit auch von Zucker in Speicherfett ist ein Vorgang, der mehr Energie benötigt als das Umwandeln von Fett aus den Nahrungsmitteln in Speicherfett des Körpers. Dick wird nur derjenige, der insgesamt zu viel und unausgewogen isst und sich zu wenig bewegt. Ein Gramm Zucker hat gleich viele Kalorien wie ein Gramm Eiweiß – nämlich vier Kilokalorien und damit nur knapp halb so viel wie ein Gramm Fett mit neun Kilokalorien. Ein Stück Würfelzucker hat zum Beispiel nicht mehr als 15 Kilokalorien (63 Kilojoule)!

Epidemiologischen Studien zufolge verzehren Übergewichtige wesentlich mehr Fett und weniger Kohlenhydrate als dies bei Normalgewichtigen der Fall ist. Personen, die ein niedrigeres Körpergewicht als Normalgewichtige aufweisen, nehmen sogar mehr Zucker als andere Kohlenhydrate zu sich.

Somit können Zucker bzw. Kohlenhydrate nicht für Übergewicht verantwortlich gemacht werden. Es ist vielmehr ein Ungleichgewicht von Energiezufuhr und Energieverbrauch, das im Falle einer zu hohen Energieaufnahme und zu geringer Bewegung zu Übergewicht führt.

Zucker und Nährstoffe

ZUCKER UND NÄHRSTOFFE

Die Kombi macht‘s! Zucker besteht zu nahezu 100% aus reiner Saccharose, darum wird er  – zu Unrecht – oft als Lieferant von „leeren Kalorien" und als Vitaminräuber verdächtigt. Aber: Zucker wird ja nicht isoliert verwendet, sondern als süßende Zutat mit verschiedenen Lebensmitteln kombiniert. Die Befürchtung, durch Zucker keine Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe aufzunehmen, ist also unbegründet. Mehr noch: Durch seine Süße wertet Zucker viele nährstoffreiche, aber langweilige Lebensmittel geschmacklich auf.

Macht Zucker "Zuckerkrank"?

Macht Zucker „zuckerkrank"?

Wer gern und oft Süßes isst, wird nicht automatisch „zuckerkrank". Diabetes, genaugenommen Diabetes vom Typ 2, ist eine der verbreitetsten Wohlstandserkrankungen unserer Zeit. Wer übergewichtig ist und sich wenig bewegt, hat eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit, einmal diese Form der „Zuckerkrankheit" zu bekommen. Allerdings kann auch die Vererbung eine gewisse Rolle spielen.

Laut Österreichischer Diabetes Gesellschaft1 ist eine Lebensstilmodifikation mit Diät und körperlicher Aktivität die effektivste Maßnahme zur Prävention von Typ 2 Diabetes. Diabetiker können zwischen 45 und 60 % der aufgenommenen Gesamtenergie in Form von Kohlenhydraten zu sich nehmen. Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfruchte und Obst sollten bevorzugt werden.

Eine vollständige Saccharose-Restriktion wird heute nicht mehr gefordert, die Zuckeraufnahme sollte aber 10 % der Gesamtenergie nicht überschreiten. Dies entspricht auch der gültigen WHO-Empfehlung (Empfehlung: 50g, bedingte Empfehlung: 25g)2

1 Diabetes Mellitus, Leitlinien für die Praxis 2016
2 World Health Organization (2015): Sugar intake for adults and children